Auch auf inhaltlicher Ebene könnten sich Einflussgrößen identifizieren lassen, die
eine erhöhte Übernahmechance bzw. Übernahmequote nach sich ziehen. Die
Vermutung liegt nahe, dass die Anzahl der Nachrichtenfaktoren in einer
Pressemitteilung deren Übernahmechance erhöht, da diese als Orientierungspunkt bei
der Nachrichtenselektion durch Journalisten dienen. Jedoch kann nachgewiesen
werden, dass die Anzahl an Nachrichtenfaktoren keinen signifikanten Einfluss auf
die Quantität (rs (86)= -.011, p > .05) und die Qualität (rs (86)= .21, p > .05) der
Übernahme durch die untersuchten Tageszeitungen hat.

Es zeigt sich in der deskriptiven Auswertung zudem, dass von 26 durch regionale Medien
übernommene Pressemitteilungen nur eine einzige nicht durch den Nachrichtenfaktor
Nähe geprägt wurde. Dies weist auch im Vergleich mit den überregionalen Medien
auf einen großen Stellenwert dieses Nachrichtenfaktors hin.
Genauer bedeutet dies, dass die Anzahl an Artikeln, in die eine Pressemitteilung übernommen wird, um 0,36 steigt
wenn eine Schadenbewertung in der Pressemitteilung enthalten ist. Das gleiche gilt
für den Nachrichtenfaktor Nähe. Hier steigt die Anzahl der Artikel um 0,26 an, falls
räumliche Nähe in der Pressemitteilung gegeben ist. Letzteres kann ein gutes Indiz
für die Hochschul-PR bedeuten, denn es zeigt, dass regionale Meldungen eine höhere
Übernahmechance aufweisen, als solche ohne regionalen Bezug. Die
Schadenbewertung ist zwar auch ein Prädiktor, der eine höhere Anzahl an
übernommenen Pressemeldungen nach sich zieht, allerdings kann nicht davon
ausgegangen werden, dass die Schadenbewertung ein wünschenswerter Fokus in der Pressearbeit einer Hochschule sein kann.